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Ein Leben für den Innenausbau: Gespräch mit Horst Dalheimer (90)

Horst Dalheimer mit Tochter Monika
95 Jahre Handwerkstradition – von Zeiher zu MDalheimer: Eine Familiengeschichte aus dem Herzen des Saarlandes

Wenn Horst Dalheimer heute durch die Werkshalle von MDalheimer in Saarbrücken-Klarenthal geht, ist es nicht nur ein Spaziergang durch eine Werkstatt. Es ist ein Gang durch die Zeit. Eine Zeit voller Ideen, Veränderungen und Werte, die Bestand haben. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 95-jähriges Bestehen – ein stolzes Jubiläum, das den Weg von der Schreinerei Zeiher zur heutigen Innenausbau-Manufaktur MDalheimer nachzeichnet. Eine Geschichte über Unternehmergeist, Handwerkskunst – und eine bewusste Rückbesinnung auf das, was wirklich zählt.

Anfänge mit Mut und Holzstaub: Die Gründung 1930

Im Jahr 1930 gründet Ludwig Zeiher in Saarbrücken eine kleine Schreinerei. Es ist eine Zeit voller Herausforderungen, doch Ludwig glaubt an sein Handwerk. Nach den Kriegswirren verlagert sich der Betrieb in die Martin-Luther-Straße in Saarbrücken, später auf ein größeres Gelände an der Bruchwiese. In dieser Phase entsteht auch der Zeiher-Ladenbau. Noch mit einfachen Maschinen, aber mit dem festen Willen, Räume zu gestalten, die bleiben. Ein erstes Prestigeprojekt ist die „Kaffeebohne“ in der Saarbrücker Bahnhofstraße – ein Laden, den es bis heute gibt. Es folgen viele weitere bekannte Namen, erste Großaufträge und vor allem: das wachsende Vertrauen in das, was die Familie Zeiher leistet.

Horst Dalheimer – Der Schwiegersohn mit Vision

1955 tritt Horst Dalheimer in das Leben der Familie – und später in das Unternehmen – ein. Er lernt Helga Zeiher in einer Tanzschule kennen, und bald ist klar: Dieser junge Schreiner bringt mehr als handwerkliches Geschick mit. Er denkt unternehmerisch, hat den Mut zum Wandel. In einer Zeit, in der das Saarland noch wirtschaftlich zu Frankreich gehört, baut Zeiher viele kleine Läden Tante-Emma-Läden im grenznahen Raum aus. Doch 1959 wird das Saarland Teil der Bundesrepublik – der französische Markt bricht weg. Horst erkennt die Zeichen der Zeit und entwickelt eine neue Perspektive: den Innenausbau. „Ich wollte weg von der bloßen Ladeneinrichtung hin zu durchdachten Raumlösungen“, erinnert er sich. Der Erfolg gibt ihm recht: Erste große Projekte wie die Ausstattung der saarländischen Kreditbank oder Einrichtungen auf dem Unicampus Saarbrücken legen den Grundstein für eine neue Ära.

Vom Innenausbau zum Messespezialisten

Als Villeroy & Boch einen Messebauer sucht, greift Horst zu – und entwickelt das Unternehmen in kurzer Zeit zum international tätigen Spezialisten für Messebau. Mit Präzision, Erfahrung und wachsendem Team realisiert Zeiher weltweit Projekte für namhafte Kunden. Das Unternehmen expandiert – auch räumlich: In Klarenthal entsteht ein neues Betriebsgelände, das über die Jahre auf 40.000 Quadratmeter anwächst. Auch nach dem Mauerfall 1989 ist Zeiher vorne mit dabei. Kunden im Osten wie Thyssen oder Raab-Karcher setzen auf das Know-how aus dem Saarland. Mit über 130 Mitarbeitenden wächst Zeiher zur Messebau-Größe im südwestdeutschen Raum. „Wir waren schnell, zuverlässig, stark in der Umsetzung – das hat uns ausgezeichnet“, sagt Horst Dalheimer.

2020: Ein neuer Name, ein neuer Kurs

2020 folgt der Generationenwechsel – und ein bewusster Wandel. Die Firma wird zu MDalheimer, geführt von Tochter Monika Dalheimer. Sie tritt in die Fußstapfen ihres Vaters, aber auf ihre eigene Weise. Mit klarem Blick, unternehmerischer Intuition und einem tiefen Verständnis für die Werte des Familienbetriebs. „Ich habe die Unternehmer-DNA von klein auf in mir aufgesogen“, sagt sie. „Ich habe beobachtet, wie mein Vater Verantwortung übernommen hat, wie er Projekte gelebt hat. Heute tue ich das Gleiche – mit meinem eigenen Stil.“ Und dieser Stil ist ein anderer: Weg von der Größe – hin zur Konzentration. Weg von der Anonymität großer Messehallen – hin zur regionalen Verankerung. Unter Monikas Führung wurde das Unternehmen bewusst verkleinert, gestrafft, neu ausgerichtet. „Wir haben uns ganz bewusst zurückgenommen, erklärt sie. Heute konzentrieren wir uns stärker auf das Saarland und die angrenzende Region. Auf Kunden, mit denen wir direkt arbeiten, deren Projekte wir von A bis Z begleiten – ganz individuell.“

Rückbesinnung auf die Stärken – und auf das, was zählt

MDalheimer heute: ein Handwerksbetrieb mit Persönlichkeit. Nicht nur Großaufträge, sondern auch Raum für maßgeschneiderte Innenausbauprojekte – Arztpraxen, Showrooms, Küchen, gehobene Wohnräume. Jedes Projekt trägt Handschrift, jedes Detail wird mit Kunden abgestimmt. So entsteht das, was MDalheimer heute ausmacht: eine gelungene Symbiose aus handwerklicher Präzision, gestalterischer Kreativität und persönlicher Nähe. „Wir können heute noch individuellere Aufträge umsetzen als früher“, sagt Monika Dalheimer.

Horst Dalheimer – auch mit 90 noch mittendrin

Obwohl er offiziell längst im Ruhestand ist, schaut Horst Dalheimer auch heute noch regelmäßig im Unternehmen vorbei. Mit wachem Blick und feinem Gespür für Zahlen, Abläufe und Menschen. Er interessiert sich für die Entwicklung. Die Leidenschaft für das Handwerk und die wirtschaftliche Seite des Unternehmens sind ihm geblieben. Man merkt: Das hier ist und bleibt ein Teil seines Lebens.

95 Jahre Qualität, Verantwortung und Herzblut

Was 1930 mit einem Hobel begann, ist heute ein fein abgestimmter Betrieb mit Seele. Die Geschichte von Zeiher und MDalheimer ist eine Geschichte von Wandel, Mut, Rückbesinnung und Kontinuität. 95 Jahre Familienunternehmen, drei Generationen – und eine klare Vision für die Zukunft. „Ich bin froh, dass Monika das Unternehmen nicht einfach übernommen, sondern es neu gedacht hat – im Geiste der Familie, aber mit ihrem ganz eigenen Anspruch“, sagt Horst Dalheimer. Monika führt das Unternehmen heute mit einem klaren Kompass – modern, regional verankert, flexibel und mit Sinn für das Persönliche.

MDalheimer. Früher Zeiher. Heute Zukunft – mit Wurzeln im Saarland.